Energie- und Versorgungskonzept

(Stand 01/2018)

Die Häuser des WohnMichel werden so gebaut, dass sie den KfW-Standard 55 erreichen, was dem Standard eines Niedrigenergiehauses entspricht. Als ressourcenschonende Baumaterialien werden Holz, eine Dämmung aus Holzfaserdämmstoff und teilweise Lehm als Innenputz verwendet. Die Versorgung der Wohnhäuser des WohnMichel mit Wärme, Strom und Wasser soll nachhaltigen Kriterien genügen. Daher wurde ein Versorgungskonzept entwickelt, das Ressourcen schont, möglichst auf regionale Energieträger zurückgreift und von der Nutzung Erneuerbarer Energiequellen geprägt ist.

Wärmeversorgung: Blockheizkraftwerk, Photovoltaik, Solarthermie, Wärmerückgewinnung

Die Versorgung mit Wärme wird durch ein Nahwärmenetz gewährleistet, das aus einer zentralen Energiestation gespeist wird. Das hat gegenüber der dezentralen Versorgung mit Anlagen in jedem Haus den Vorteil, dass die zentralen Anlagen effizienter arbeiten und der Wartungsaufwand verringert ist. Der Nachteil, dass bei Defekten die ganze Siedlung betroffen ist, wird dadurch aufgefangen, dass auf unterschiedliche Techniken gesetzt wird. Kernelement der Wärmeversorgung ist ein Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Wärme- und Stromversorgung, das durch Photovoltaik und Solarthermie ergänzt wird.

Auf den Dächern aller fünf Häuser werden Photovoltaik-Module installiert, die einen beträchtlichen Teil unseres Stroms produzieren werden. Außerdem ist Platz für Batteriespeicher vorgesehen. Ebenfalls installiert werden Solarthermie-Module, die unseren Wärmebedarf für Warmwasser abdecken werden. Hauptsächlich im Sommer und den Übergangszeiten wird der dabei nicht sofort nutzbare Wärmeüberschuss in unseren saisonalen Erdwärmespeicher für den Verbrauch im Winter gespeichert.

Eine Einnahmequelle wird der Verkauf von überschüssigem BHKW-Strom sein. Die Anlage ist so ausgelegt, dass voraussichtlich die Eigenversorgung des WohnMichel mit Strom gelingt. Das BHKW wird mit Erdgas betrieben.

Wärmerückgewinnung spielt im Energiekonzept eine große Rolle. An folgenden Stellen wird sie eingesetzt: Abwärme der Heizungsanlage, Raumluft durch eine aktive Be- und Entlüftungsanlage und Abwässer aus Küchen, Bädern und Waschmaschinen. Die rückgewonnene Wärme wird wieder für die Raumheizung und Warmwassergewinnung genutzt. Die Wärmeversorgung ist sehr kostengünstig, wodurch der Unterschied zwischen Kalt- und Warmmiete gering sein wird.

Wasserversorgung

Auch die Ver- und Entsorgung mit/von Wasser soll nachhaltigen Kriterien genügen. Die Abwässer aus Küchen, Badewannen, Duschen und Waschmaschinen sollen in einer Pflanzenkläranlage gereinigt und dann für Toilettenspülung und Gartenbewässerung verwendet werden. Mit der teilweise doppelten Nutzung eines Teils des Wassers werden lokale Wasserressourcen geschont, und es können Wasser- und Abwassergebühren eingespart werden.

Die HeizMichel GmbH

Die Energieanlagen sollen durch eine eigene Gesellschaft des WohnMichel, die HeizMichel GmbH, errichtet und betrieben werden. Das Versorgungskonzept ist auf die geplanten fünf Häuser ausgelegt, möglich wäre aber auch der Anschluss weiterer Gebäude. Die Energiezentrale wird in einem der Häuser untergebracht sein.