ENERGIE UND WASSER

Die drei Wohnhäuser des 1. Bauabschnitts wurden im September 2018 bezogen. Sie entsprechen dem KfW 55 Standard, was bedeutet, dass zum Heizen der Häuser vergleichsweise wenig Energie verbraucht wird. Die zwei Wohngebäude des 2. Bauabschnitts wurden Mitte 2022 bezogen und erreichen sogar den noch sparsameren KfW 40 Standard. Als ressourcenschonende Baumaterialien wurden Holz, eine Dämmung aus Holzfaserdämmstoff und teilweise Lehm als Innenputz verwendet. Zuletzt wurde ein Altbau energetisch saniert und im Sommer 2022 bezogen.

Wärmeversorgung: Blockheizkraftwerk, Solarthermie, Erdwärmespeicher, Wärmerückgewinnung

Die Versorgung mit Wärme wird durch ein Nahwärmenetz gewährleistet, das aus einer zentralen Energiestation gespeist wird. Im Vergleich zur dezentralen Versorgung, in der jedes Haus separat versorgt wird, bringt dieses Konzept eine höhere Effizienz und verringerten Wartungsaufwand. Durch unterschiedliche Wärmeerzeuger und -speicher soll die Versorgungssicherheit gewährleistet werden. Kernelement der Wärmeversorgung ist ein mit Ökogas betriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Wärme- und Stromversorgung. Dieses wird durch Solarthermie-Module, welche den Wärmebedarf für warmes Wasser abdecken, ergänzt. Die überschüssige Wärme aus den Sommermonaten wird in zwei Erdwärmespeichern für den Verbrauch im Winter gespeichert.

Auch Wärmerückgewinnung spielt im Energiekonzept eine große Rolle. An folgenden Stellen wird sie eingesetzt: Abwärme der Heizungsanlage, Raumluft durch eine aktive Be- und Entlüftungsanlage und Abwässer aus Küchen, Bädern und Waschmaschinen. Die rückgewonnene Wärme wird wieder für die Raumheizung und Warmwassergewinnung genutzt. Die Wärmeversorgung ist relativ kostengünstig und sicher, da sie nicht nur von einer Energiequelle abhängig ist.

Stromversorgung: Blockheizkraftwerk, Photovoltaik, Batteriespeicher

Das BHKW stellt nicht nur Wärme, sondern auch Strom bereit. Zusätzlich sind auf drei Wohngebäuden Photovoltaikanlagen mit insgesamt ca. 30 kW Spitzenleistung installiert. Zusätzliche 30 kW und ein Batteriespeicher sind in Planung.

Wasserversorgung

Auch die Ver- und Entsorgung mit/von Wasser soll nachhaltigen Kriterien genügen. Die Abwässer aus Küchen, Badewannen, Duschen und Waschmaschinen sollen in einer Kleinkläranlage gereinigt und dann für Toilettenspülung und Gartenbewässerung verwendet werden. Mit der doppelten Nutzung des Grauwassers werden lokale Wasserressourcen geschont, und es können Wasser- und Abwassergebühren eingespart werden.

Außerdem wird schon jetzt in zwei Zisternen Regenwasser gesammelt, welches zur Gartenbewässerung sowie in Toilettenspülungen verwendet wird. Wichtigster Aspekt der Wasserversorgung ist jedoch die Gestaltung des Geländes mit Pflanzen, die an das trockene Klima Brandenburgs angepasst sind und keine aufwendige Bewässerung benötigen.

Die HeizMichel GmbH

Die Energieanlagen werden durch eine eigene Gesellschaft des WohnMichel, die HeizMichel GmbH, errichtet und betrieben. Das Versorgungskonzept ist auf die geplanten sechs Wohnhäuser ausgelegt. Der Anschluss weiterer Gebäude ist möglich.

Die HeizMichel GmbH wird für die Errichtung des Nahwärmesystems mit zwei Erdspeichern und zwei Wärmepumpen für sieben Häuser zur Reduzierung von CO2-Emissionen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und des Landes Brandenburg gefördert.